Seite auswählen
Öffentliches Baurecht

Neuer Baugebietstyp „Urbanes Gebiet“

Die Stadtplanung steht vor großen Herausforderungen. Insbesondere größere Städte sind durch einen starken Bevölkerungszuwachs geprägt. Dringend muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Benötigtes Bauland ist aber, vor allem in begehrten Innenstadtlagen, knapp. Andererseits muss der immer noch immense Flächenverbrauch, derzeit weit über 60 Hektar pro Tag, vermindert werden.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen, die eine Verdichtung der innerstädtischen Bebauung erfordern, soll ein neuer Baugebietstyp beitragen, der im Zuge der jüngsten Baurechtsnovelle in die Baunutzungsverordnung eingefügt worden ist. Der neue § 6a BauNVO eröffnet die Möglichkeit, in Bebauungsplänen „urbane Gebiete“ festzusetzen. Urbane Gebiete dienen, ähnlich dem „Mischgebiet“ (§ 6 BauNVO), dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben und sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen, die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören. Gegenüber Mischgebieten erlauben urbane Gebiete jedoch eine wesentlich intensivere Bebauung, die dem zulässigen Maß der baulichen Nutzung von Kerngebieten angenähert ist (§ 17 BauNVO). Die parallel geänderte TA Lärm bestimmt zudem für urbane Gebiete einen Lärmimmissionsrichtwert von 63 dB(A) für die Tagzeit. Dieser Richtwert ist wesentlich höher, als der für Misch- oder Kerngebiete, wo 60 dB(A) zulässig sind. Damit soll den Städten und Gemeinden mehr Flexibilität bei der Schaffung neuen Wohnraums verschafft werden.